Probl-Lösung: welliges Bild.... - Deutsche Pastell Gesellschaft

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Problemlösung: Pastellbild im Rahmen gewellt und kleine Insekten zwischen Glas und Passepartout von Andreas Royé
Während eines Erfahrungsaustausches mit Brigitte Courté kam ein Problem zur Sprache, welches sicherlich nicht nur uns aufgefallen ist: Nach Fertigstellung eines besonders schönen, einer Präsentation würdigen Bildes, wird dieses gerahmt und bekommt einen schönen Platz an der Wand. Nach einigen Tagen hat sich das Bild leicht gewellt und liegt nicht mehr plan hinter dem Passepartout. Ob Veränderungen der Luftfeuchtigkeit dafür verantwortlich sind, kann ich leider nicht sagen. Tatsache ist, dass die leicht gewellte Aufhängung sich nicht einfach beseitigen lässt.
Früher habe ich fast ausschließlich auf farbigem Zeichenpapier Mi-teintes von Canson gemalt. Dies ist wesentlich dünner als z.B. Pastel card von Sennelier. Das Problem eines welligen Bildes trat daher insbesondere bei größeren Bildformaten gelegentlich auf (ein häufigeres Problem sicherlich in der Aquarellmalerei). Ein zweites Problem, das Eindringen kleiner Insekten zwischen Glas und Passepartout (Fransenflügler oder auch Gewittertierchen genannt), ist durch den gleichen Arbeitsschritt lösbar.
Das beschriebene Problem ist durch ein Aufspannen des Pastellbildes auf das Passepartout oder einen noch dazwischen liegenden Abstandkarton zu lösen. Durch die empfehlenswerte, anschließende Verklebung mit dem Bilderglas ist auch das Eindringen kleiner Insekten zu verhindern. Die von mir beschriebene Technik wurde mir vor Jahren von einem professionellen Bildeinrahmer weitergegeben. Sie bedarf einer gewissen Erfahrung und ist nur sinnvoll, wenn das Bild dauerhaft in dem ausgesuchten Rahmen verbleiben soll.
Die folgenden Arbeitsschritte müssen zügig durchgeführt werden und eine gute Vorbereitung und Planung  ist daher erforderlich.
  • Die genaue Lage des Bildes im Passepartout, bzw. Abstandkarton muß vorher mit Bleistift auf der Rückseite markiert werden.
  • Klebestreifen für alle Bildseiten werden vorbereitet (jeweils 4 für die Bildfixierung und 4 für die Glasverklebung). Hierzu benutze ich säurefreies Papierband, nass klebend (z.B. von Clairefontaine bei Gerstaecker; bei Boesner habe das Produkt im neuesten Katalog nicht mehr gefunden). Es muss ein kleiner Haushaltsschwamm in einem mit Wasser gefüllten Teller bereitstehen.
  • Das Pastellbild wird kurz auf die Bildseite gelegt (z.B. auf ein altes Zeitungsblatt).
  • Die Rückseite des Bildes wird mit Hilfe eines Zerstäubers gleichmäßig mit einem Wassernebel befeuchtet; dickere Tropfen bitte mit einem Tuch abwaschen. Die Feuchtigkeit führt zu einer Ausdehnung des Malpapiers. Ggf. ist jetzt eine kurze Wartepause von 1 Minute anzuraten.
  • Das Bild kann dann angehoben werden und das mit Farbpigmenten leicht verschmutzte Zeitungsblatt wird vernichtet. Auflegen des Passepartouts, ebenfalls mit der Vorderseite nach unten.
  • An den im ersten Schritt durchgeführten Markierungen kann jetzt das Bild auf die Rückseite des Passepartoutkartons (oder Abstandkarton) aufgelegt werden. Die Klebestreifen lassen sich durch Ziehen über den nassen Schwamm gleichmäßig anfeuchten und auflegen. Das Bild ist jetzt mit dem Passepartout fest verklebt und kann umgedreht werden.
  • Um ein Aufbiegen des Bild- Passepartout- Komplexes zu vermeiden ist unbedingt die rasch anzuschließende Verklebung mit dem Bildglas erforderlich. Für diesen Arbeitsschritt lege ich das vorher sorfältig gesäuberte Glas auf und schiebe den Rand der zu verklebenden Teile über den Tischrand. Somit ist jeweils eine Seite frei für die abschließende Versiegelung. Hierzu benutze ich ebenfalls das nassklebende Papierband. Sicherlich wäre für diesen Schritt ein selbstklebendes Rahmenversiegelungsband auch möglich.
Meine Erfahrung in dieser Technik bezieht sich ausschließlich das Malpapier Mi-teintes von Canson. Eine Reaktion anderer Malgründe kann von mir nicht beurteilt werden. Bevor man sein schönstes Bild aufspannt, sollten vorher Versuche mit unbearbeiteten Malgründen gemachen werden. Die auftretende Spannung im Bild darf nicht unterschätzt weren. Bei zu großzügiger Anfeuchtung kam es bei einem Bild durch die aufgebaute Spannung in allen vier Ecken des Passepartouts zu einem Einknicken. Dieses Risiko ist abhängig von der Passepartoutstärke in Beziehung zur Bildgröße.
Seitdem ich meine Bilder auf festerem Malgrund male (z.B. Pastellcard von Sennelier), ist das Aufspannen nicht mehr erforderlich. Eine Versiegelung mit dem Glas, zur Vermeidung von Verunreinigungen, bleibt dennoch als Option bestehen.
 
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